Im hintersten Gsieser Tal sind gewaltige, übereinander geschichtete Granitblöcke, welche mitunter tiefe Grotten bilden. In diesen haben vor alten Zeiten die Schnabelmenschen gelebt, große, gewaltige Riesen, die anstatt des Mundes Schnäbel hatten.
Der Moosbauer, der hinterste Bauer im Gsieser Tal war zuständig für das Frühstück der Schnabelmenschen. Vor dem zum Bett gehen musste er eine große Pfanne Muß vor das Haus stellen und durfte vor dem Hell werden nicht mehr seine Nase aus der Tür strecken.
Eines Tages kamen 9 Männer in ein Unwetter und suchten in einem Schuppen Zuflucht. Bald brach die Nacht herein und die Männer bekamen Angst. Sie versteckten sich im Heu und bald hörten Sie wie sich der Schnabelmensch mit großen Schritten näherte. Auf ein geheimes Zeichen erhoben alle 9 Männer zeitgleich den Kopf aus dem Heu. Der Schnabelmensch, der ganz überrascht und verwirrt war, schrie: "Bin neunmal alt und neunmal jung! Aber so ein wildes Tier mit neun Köpfen habe ich noch nie gesehen!"
Von da an wurde der Schnabelmensch nie mehr im Gsieser Tal gesehen.